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Gründen für die ältere Zielgruppe: Bei Marktanalyse genau hinsehen

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Bonn, 09.06.21 Start-ups, die sich mit ihrer Geschäftsidee an ältere Verbraucherinnen und Verbraucher richten, sollten bei der Marktanalyse genau hinsehen. Statistische Daten zur Gesundheit, zur Nutzung digitaler Geräte oder zur Mobilität können ein verzerrtes Seniorenbild vermitteln. Warum, erklärt Frank Leyhausen, Initiator des SENovation-Awards – dem Gründerwettbewerb für seniorenfreundliche Innovationen.

Statistiken können hilfreich sein, um das Marktpotenzial einer Geschäftsidee einzuschätzen. Wenn es um ältere Menschen geht, sollten sie jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. „Häufig werden bis zu zwei Generationen mit völlig unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten in einer einzigen Altersgruppe 60plus oder 70plus zusammengefasst“, kritisiert Frank Leyhausen. Zudem lassen sich die Bedürfnisse und das Konsumverhalten von Menschen in der zweiten Lebenshälfte nur bedingt am kalendarischen Alter festmachen. Es sind vielmehr bestimmte Wendepunkte im Leben, die Bedarfe an neuen Produkten und Dienstleistungen wecken: Auszug der Kinder, Trennung, Pflegebedürftigkeit der Eltern, Eintritt in den Ruhestand, Verlust des Partners, Krankheit, das erste Enkelkind. „Start-ups, die das berücksichtigen, können ihre Geschäftsidee zielgenauer entwickeln und platzieren“, erklärt Leyhausen.

Entwicklung, Design, Werbung: Input für AgeTech Start-ups

Start-ups, die seniorentaugliche Produkte entwickeln und erfolgreich vermarkten wollen, brauchen Einfühlungsvermögen in eine Zielgruppe, die in der Regel deutlich älter ist als sie selbst. Jede Menge Insider- und Expertenwissen zu diesem Thema vermittelt das SENovation-Team in Webinaren und Workshops; Mitschnitte sowie zahlreiche Interviews mit Fachleuten aus Forschung und Wirtschaft gibt es auf der wettbewerbseigenen Website www.senovation-award.de. Im aktuellen Interview mit Thomas Jarzombek, Beauftragter für Digitale Wirtschaft und Start-ups und Koordinator für Luft- und Raumfahrt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, geht es um die Möglichkeiten, die digitale Innovationen gerade für Seniorinnen und Senioren eröffnen. Einen guten Einblick in die Thematik bietet außerdem ein Podcast mit Frank Leyhausen bei der Gründerberatung frimeso.com unter der Rubrik „Die zweite Lebenshälfte“.

Der SENovation-Award, Deutschlands erster Gründerwettbewerb mit Schwerpunkt AgeTech, wird in diesem Jahr bereits zum vierten Mal verliehen. Er richtet sich an Teams in der Vorgründerphase und Start-ups aus Deutschland, Österreich und aus der Schweiz. Der Preis ist mit 5.000 EUR dotiert, zu gewinnen gibt es außerdem ein einjähriges Coaching. Initiatorin des Wettbewerbs ist die Deutsche Seniorenliga, Sponsorin die SIGNAL IDUNA Gruppe. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 30. Juni. Nähere Informationen zu Teilnahmebedingungen, Jury und Preis sowie Hintergrundinformationen unter www.senovation-award.de.