Köln, 30 März 2026 Trendforscherin Faith Popcorn macht deutlich, dass Unternehmen die falschen Zielgruppen ansprechen. Popcorn`s Befund ist eindeutig: Ausschlaggebend ist nicht das Alter, sondern wie Menschen heute leben und arbeiten.
Während viele Unternehmen weiterhin auf „jung“ fokussiert sind, hat sich die ökonomische Realität längst verschoben. Ältere Zielgruppen verfügen nicht nur über eine große Kaufkraft, sondern auch über Zeit und veränderte Prioritäten. Der Konsum verlagert sich zunehmend von materiellen Gütern hin zu Gesundheit, Erlebnissen und Lebensqualität. Wer Produkte weiterhin entlang klassischer Altersbilder oder für die „Zielgruppe 50plus“ entwickelt, trifft den Markt immer seltener. Die Alterung der Gesellschaft wirkt dabei wie ein systemischer Beschleuniger: Sie verändert die Nachfrage, die Wertschöpfung und die Infrastruktur gleichzeitig. Märkte geraten unter Anpassungsdruck, während gleichzeitig neue Wachstumsfelder entstehen. Dazu zählen innovative Wohnformen, eine stark expandierende Care Economy sowie lebenslanges Lernen als wirtschaftlicher Faktor. Unternehmen, die diese Verschiebungen verstehen, können sich strategische Vorteile sichern – alle anderen riskieren, an Relevanz zu verlieren. Hinzu kommt ein strukturelles Missverständnis bei der Angebotsentwicklung. Das chronologische Alter wird als einfache Segmentierungsvariable genutzt, obwohl es noch weniger Aussagekraft besitzt als je zuvor. Lebensstile differenzieren sich stärker aus als Generationen. So kann ein 65-Jähriger heute unternehmerisch aktiv sein, während ein 35-Jähriger bewusst langsamer lebt. Wer weiterhin in linearen Lebensläufen denkt, verkennt die Realität nicht-linearer Biografien. Der Demografie-Experte Frank Leyhausen hat anlässlich der SXSW in Austin mit der Trendforscherin Faith Popcorn gesprochen und stellt fest: „Faith Popcorn hat eine einfache, aber hochrelevante Aussage getroffen: ‚Age is just lazy data.‘ Genau an dieser Trägheit müssen deutsche Gründer und Marketer arbeiten und Kundensegmente entlang von Rollen, Lebensphasen und Bedürfnissen neu definieren.“
Hintergrund
Der SENovation-Award zeichnet seit 2018 Start-ups und Teams in der Vorgründungsphase aus, die sich aktiv mit dem Thema „Alter“ auseinandersetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie eine Lösung speziell für Senioren entwickelt haben oder auf einen generationenübergreifenden Ansatz setzen. Schirmfrau des Wettbewerbs ist Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand, Energie und Klimaschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich vom 2.1. bis 30.6.2026 bewerben. Weitere Informationen zu Teilnahmebedingungen, Jury und Preisgeld sowie Hintergrundinformationen und Tipps zur Bewerbung gibt es unter www.senovation-award.de .